Jahrescharts 2011 – Die Indie-Blogger haben entschieden!

Das Jahr 2011: Mal wieder 12 turbulente Monate. Aus Angst vor Dioxin und EHEC mussten wir genau darauf achten, was wir essen, unsere Panik vor nuklearer Verstrahlung wurde neu entfacht und wir mussten viel zu früh Abschied nehmen von einer großen Künstlerin: Amy Winehouse.
Aber auch positive Ereignisse beeinflussten unser Jahr: Die royale Hochzeit in Großbritannien rührte Millionen von Zuschauern, Deutschland befindet sich im Wirtschaftsaufschwung und ein Freund von mir hatte einen One Night Stand, ruft er gerade aus dem Hintergrund.

Doch auch in Sachen Musik hat sich einiges getan: Hunderte Artikel allein in unserem Blog sind Zeuge eines ergiebigen Indie-Jahres. Da liegt es nahe, eine Bilanz in Chartform zu ziehen. Natürlich kommt dabei jeder unserer Blogger zu Wort – und widmet sich einer Top3-Rubrik..

Sasa S. (Regensburg): Top 3 der besten Alben 2011

1. Platz: The Naked and Famous: “Passive me, aggressive you”
“Die neuseeländische Band kann mehr als nur einen Hit produzieren. In Wahrheit ist einfach jeder Titel des Albums ein Meisterwerk. Kompositorisch so gut wie Nine Inch Nails, nur besser – da eingängiger. “All of this” wurde eigentlich schon vor ihrem Top-Hit ausgekoppelt und ging ein wenig unter. Nie wurde “fucking” in einem Lied schöner ausgeblendet (0:45 min).”

2. Platz: Ghost of Tom Joad: “Black Musik”
“Die Band aus Münster hat eine Entwicklung durchlaufen, von der sich manche deutsche Band noch eine große Scheibe abschneiden kann. Vom Post-Punk zu eleganten Indie-Rock-Hymnen, ohne dabei cheesy zu werden. Die gleichnamige Single begeistert mit dramatischem Schlagzeugeinsatz und ist für mich jetzt schon ein Klassiker.”

3. Platz: Hello Gravity: “Wunderkind”
“Indie-Träume werden neuerdings in Schrobenhausen gemacht. Hello Gravity sind jung und in meinen Augen die neue deutsche Indie-Electro-Pop-Hoffnung (sorry Bizarr!). Live sind sie sehr zu empfehlen und da sie auch in Sachen Imagepflege alles richtig machen, darf man gespannt sein. Die zweite Single “Sunshine from the Inside” ist eine riesige Schmachthymne.”

Michael F. (München): Top 3 der besten Songs 2011

1. Platz: James Vincent McMorrow – If I had a boat

Ein Song aus 2010 auf Platz 1 der Jahrescharts 2011? JA! Warum? Ganz einfach – weil mir sowohl Song als auch Künstler erst 2011 in die Hände fiel und ich einfach nur dankbar dafür bin. James Vincent McMorrow und ganz besonders “If I had a boat” haben mich durch ganz 2011 und besonders meinen Aufenthalt in Portugal begleitet. Daher meine Nummer 1 – 2011!

2. Platz: SBTRKT – Hold on

Ja – und auf Platz 2 landet ein Song aus 2011. Denn “SBTRKT” hat mich mitgerissen wie nur wenige andere Bands in 2011 und ganz besonders “Hold on”. Mit seinen fast in Trance-versetzenden Beats war es mein Begleiter auf vielen Wegen .. in der U-Bahn, S-Bahn, …

3. Platz: Ben Howard – Old Pine

Ben Howard, der 2011 sein Debütalbum “Every Kingdom” veröffentlichte hat sich umgehend in meine top Interpreten Liste gespielt. Eigentlich wäre jeder seiner Songs würdig in diese Liste zu kommen! Leider habe ich den guten Mann knapp Live verpasst. Ich hoffe 2012 diese nachholen zu können.

Oliver W. (Berlin): Top 3 der besten DJ-Sets 2011

1. Platz: David Hasert: “Winds of Change”
Obwohl ich es bisher noch zu keiner Like-Party geschafft habe, verfolge ich aufmerksam jeglichen Output, der von dem kölner Like DJ-Kollektiv produziert wird. Besonders gefallen mir die DJ-Sets von David Hasert, die dezent zwischen up-beat und ruhig wechseln, dabei aber immer tanzbar bleiben.
David Hasert – Winds of Change by david hasert

2. Platz: Tiefschwarz: “Watergate 12.03.2011″
Die Brüder Basti und Ali Schwarz aka Tiefschwarz (Souvenir Music) sind seit 1996 zusammen in der Techno-Szene unterwegs und regelmäßige Gäste in den Clubs dieser Welt. Ihr Sound hat sich über die Jahre von Deep-House mehr in Richtung kantigem Techno gewandelt, der perfekt in die Berliner Clubszene passt. Ihr Watergate-Set vom März mag ich aufgrund der Verbindung von dreckigen Pop-Remixen (ab 48.30: Britney Spears) mit roughen Elektrosounds.
Tiefschwarz @ Watergate 12.03.11 by Souvenir Music

3. Platz: &Me: “Watergate 07.05.2011″
Neben dem Souvenir Label sind elektro-mäßig die Leute von Keinemusik ganz weit vorne. Adam Port, Rampa und &Me sind aus den Clubs der Hauptstadt nicht wegzudenken und dominieren die Szene. Dieses Set hat es auf die Top-Liste geschafft, weil es einige der besten Remixe des Jahres 2011 featured, darunter den D.B. Edit von “Limit to Your Love” (ab 41.00), der mich in diesem Jahr durch die schönsten Clubnächte begleitet hat.
&ME – Live At Watergate // 7th May 2011 by Keinemusik

Sarah L. (Wien): Top 3 der besten Konzerte 2011

 1. Platz: FM Belfast im Wiener Flex

Ich muss nicht lange überlegen, welches Konzert für mich dieses Jahr den Höhepunkt stellt. Wobei man hier schon nicht mehr von einem Konzert sprechen kann, es war vielmehr eine Party mit Freunden. Super Atmosphäre, wirklich gute Musik und nette Menschen. Einfach alles hat gestimmt an diesem Abend im Flex!

Es gibt leider keine Videos, die auch nur annähernd das Erlebte transportieren könnten…wer nicht da war, hat echt was verpasst! Dennoch gefällt mir das aus Prag ganz gut:

 2. Platz: Pantha Du Prince in der Pratersauna/Wien

Hendrik Weber a.k.a. Pantha du Prince (zumindest ist das sein häufigstes Synonym) verwandelt im Juni die Pratersauna in eine Klanglandschaft. Er ist keiner, der den mittlerweile sehr kommerziell gewordenen Begriff der elektronischen Musik missbraucht, wie manch Anderer. In seinen Kompositionen stecken noch wahre Gefühle, umhüllt mit Lauten aus der Natur, dem echten Leben. Hier und da meint man einen brechenden Ast zu hören oder dem Läuten kleiner Glöckchen zu lauschen.

Ein Abend mit Pantha du Prince hinterm DJ-Pult fordert die Clubgänger auf, sich auf eine andere, vielleicht schönere, Erfahrung mit der elektronischen Musik einzulassen. Kein pausenlos treibender Beat, der dir das Blut durch die Adern schießen lässt und dich in Ekstase versetzt (was durchaus auch schön ist), nein, hier ist es das Schaffen neuer Klangwelten, die dich zum träumen bringen. Zu seiner Musik wiegt sich die Masse eher andächtig im Rhythmus, dennoch nicht mit weniger Freude oder Euphorie. Die Beats sind durchaus clubtauglich und tanzbar, sie sind einfach nicht so steril und leblos, wie manch andere, sie hauchen dem Genre neuen Atem ein!

 3. Platz: Editors in Hamburg/MS Dockville

Ja ja, das MS Dockville, was vielen auch als „Matschville“ in Erinnerung geblieben sein könnte, hat dieses Jahr trotz allen kleinen Pännchen wieder sehr viel Gutes zur musikalischen Unterhaltung beigetragen! Es ist einfach diese ganz besondere Umgebung des Festivalgeländes, welche einen Großteil zum Festival-Feeling beiträgt. Das Gelände auf der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg war vor allem im Dunkeln wunderbar beleuchtet und hat den Charakter, den die umgebenden Industrieanlagen sowieso schon ausstrahlen, noch verstärkt. Ich freu mich sehr auf das MS Dockville 2012! Musikalisch haben für mich die Editors den Höhepunkt geliefert.

Nicki H. (Regensburg): Top 3 der besten Remixe 2011

1. Platz: Justice: “Audio, Video, Disco (Para One Remix)”

“Das Comeback-Album der zwei französischen Electro-Heroen nach – für mich nahezu unerträglichen – 4 Jahren (!!!) war einfach mein persönliches, musikalisches Highlight 2011. In die Liste meiner Lieblingstracks des Jahres könnte es fast jede Nummer dieser Platte locker schaffen. In diesem Fall (fast) noch besser als das ohnehin schon großartige Original ist der Para One Remix von Audio, Video, Disco. Der Remix des Franzosen geht etwas mehr in Richtung klassischer Electro. Immer ein absolutes Highlight kurz vor Disco Toresschluss. Augen zu, tief einatmen, Arme nach oben. Genießen.”

2. Platz: Benny Benassi: “Cinema (Skrillex Remix)”

“Der musikalische Output des Kaliforniers im Jahre 2011 war einfach atemberaubend. Sowohl qualitativ als auch quantitativ.  Kaum einer ist bei Kollabos so gefragt, aber auch kaum einer von Musikfans so kontrovers diskutiert. Für mich aber ohne Wenn und Aber die prägende Figur im Dubstep-Game 2011. Und mit diesem Remix macht er einfach mal aus einer stinkfaden 08/15 Einheitsbreinummer einen der größten Brecher des Jahres mit absolut asozialer Bassline. Mein wohl am meisten gehörtester Track des Jahres. Dubstep at its best!”

3. Platz: Your Ol’ Lady: “Nightmare (Andy’s iLL Remix)”

“Diese Nummer musste einfach in meine Top 3. Hab ich in diesem Jahr gehört bis zum Erbrechen. Die beiden blutjungen Australier waren in diesem Jahr eh unter DEN Up- and Comern in der Maximal-Sparte. Und Nightmare ist im Remix von Andy’s iLL definitiv einer DER Essential Tunes in jedem (Maximal-) DJ-Set. Massive Nummer”

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