Monthly Archives: Juni 2012

Niva – The Boy from the Sun

Christian Niva, schwedischer Künstler hinter dem Projekt Niva bringt uns mit “The Boy from the Sun” einen seichten elektro-pop-Song für die warme Jahreszeit. Im dazugehörigen Video hüpft ein Mädchen in Slow-mo auf einem Trampolin – was kann es schöneres geben? Vor allem wenn man eigentlich noch die Seminararbeit schreiben müsste.

Poolside – Slow Down

Der Sommersong des Jahres ist eine heikle Angelegenheit. Am Anfang gefällt er einem ganz gut, auch wenn der verantwortliche Künstler eher im Mainstream angesiedelt ist. Man hört ihn zwei bis zehn Mal, aber da er so übertrieben eingängig ist geht er dir beim elften Hören langsam aber sicher auf die Nerven. Doch das Problem fängt jetzt erst an. Die Radiostationen bekommen Wind von der Sache und handeln den Track als das nächste „Last Christmas“ mit entsprechend ausgeprägter Airtime. Spätestens wenn Prosieben den Song als neues Soundmaskottchen für ihre flachen Werbespots missbraucht, hat sich deine anfängliche Zuneigung in lodernden Hass verwandelt.

Zum Glück ist „Slow Down“ von Poolside nicht schnell genug für oben beschriebenes Schicksal. Dafür haben es die Kalifornier geschafft, die Quintessenz des Sommers in weniger als vier Minuten zu verpacken: Sonne, Badehosen und Bikinis – dazu ein überaus entspannter Synthie-Cocktail. Was will man mehr.

Mike Lindsay – CHEEK MOUNTAIN THIEF

Mike Lindsay’s Liebelei mit Island beginnt 2006 mit einem Mädchen, Harpa, und einer unvergesslichen Silvester-Party. 2011 macht sich Lindsay – besser bekannt als Frontmann von Tunng – wieder auf nach Island, um nicht nur die Romanze wieder zu entfachen, sondern auch ein Album unter dem Namen “Cheek Mountain Thief” aufzunehmen, inspiriert von der Landschaft und den Menschen in Islands.
Die Idee entsteht 2010 als Tunng zum Iceland Airwaves Festival eingeladen werden. Mit der Rückkehr nach London plagen Lindsey die Gedanken an Husavik, das kleine Fischerdörfchen im Norden Islands, welches er gemeinsam mit Harpa besuchte: “It struck me: if I love this place so much why don’t I just move there for a while?”

Während Tunng gerade eine Pause machen, nimmt sich Lindsey den nächsten Flieger nach Husavik um für einige Monate ein Studio aufzubauen, ein Album einzuspielen und das einfache isländische Leben zu genißen. “Over the following two months I settled into a very simple life,” sagt Lindsay. “I worked until six then went for an afternoon swim and hot tub politics with the old guys. All life’s problems are discussed in the hot tub. I remember in the first week plugging in the guitar, turning the amp up, standing on the porch looking at the mountains and just playing, loudly, for hours, not another soul around. It was like a never-ending music video.”
Gemeinsam mit den Bewohnern Islands und den auschließlich von ihnen geborgten Instrumenten nimmt Mike Lindsay “Cheek Mountain Thief” auf, welches in Rejkjavik mit Gunni Tynes von Mum abgemischt wird.
Zu diesem Zeitpunkt hat Lindsay bereits geistig mit London abgeschlossen: “I had fallen in love with Harpa and this new life here, (…) The record had become the story of this new life. What a year… what a place… What an experience.”

Das gleichnamige Album “Cheek Mountain Thief” erscheint am 17. August bei Full Time Hobby / Rough Trade – folkig, poppig, isländisch.

7/10 punkte

The Invisible – Rispah

In Deutschland verschoben vom 15. Juni auf den 22. veröffentlichen The Invisible endlich ihr zweites Album “Rispah” via Ninja Tune / Rough Trade.
Die Quasi-Supergroup (einen Stammbaum aller je beteiligten Acts findet ihr links, auf Anfrage schicke ich ihn gerne nochmal hochauflösend zu) war bereits 2009 mit ihrem Debütalbum für den Mercury Prize nominiert und musste in der Zwischenzeit einige Rückschläge erleben.

Beispielsweise den Tod von Sänger Dave Okumu’s Mutter, welcher das gesamte Bandleben auf Eis legte und die Aufnahmen zu “Rispah” buchstäblich prägte. Laut Okumu ist dieses Album “a love letter to grief”, was man dem Album in jeder Sekunde anhört. Atmosphärische Traurigkeit, ein Hauch Trip-Hop und genug Raum für einen Haufen eigener, wunderschöner Ideen!

Hier einige Stimmen zum Album:

Quite simply one of the best British albums of 2012 to date, and a record which will no doubt stand the test of time. Mind blowingly good.” – Music Week

Spectral stuff… a magnetic tribute” – Q

8/10 Punkte

King Creosote & Jon Hopkins – Bats in the Attic

King Creosote & Jon Hopkins – “Bats in the Attic” from Consequence of Sound on Vimeo.

Heute stellen wir das englisch-schottische Duo King Creosote & Jon Hopkins vor. King Creosote auf der einen Seite, ist im Singer-Songwriter Lager beheimatet. Hopkins auf der anderen Seite, kann man irgendwo zwischen elektronischem Potpourri und klassischer Klaviermusik einordnen. Bei ihrer Kollaboration paart sich dementsprechend ein elektronisches Hintergrundrauschen mit intensivem, teils tieftraurigem Gesang. Besonders gefällt mir die Kombi beim Song “Bats in the Attic (unravelled)”.