Mike Skinner, die Liebe und ich

Die ersten zarten Knospen unserer Verbandelung entwickelten sich vor ein paar Jahren. Ich war noch ein Teenager, entdeckte das süße Leben, Parties und den ganzen Scheiss und lernte Mike Skinner und die Streets auf einer Party kennen. Er war ein paar Jahre älter als ich und hatte diesen süßen englischen Akzent, den Mädels nicht nur in jungen Jahren lieben. Ich war sofort hin und weg und sah mich schon als die Mutter seiner Kinder, die allesamt mit seinen hässlichen Zähnen und meiner enormen Nase eine bemitleidenswerte Existenz führen mussten. Was ich an ihm allerdings noch viel mehr schätzte, war seine Musik:

The Streets waren cool, urban, jung und melodramatisch – und genauso fühlte ich mich. Denn mit 15 oder 16 Jahren ist man noch nicht so selbstreflektiert wie als vermeintlich Erwachsener. Original Pirate Material und A grand don’t come for free wurden der Soundtrack meiner Jugend und begleiteten  mich durch die zahlreichen Eskapaden, die man eben so erlebt – und auch Jahre danach rufen sie noch bittersüße Erinnerungen hervor.  Doch wie es eben so ist mit der ersten großen Liebe – beide Parteien entwickeln sich weiter, zumeist  in unterschiedliche Richtungen:

Mike Skinner entdeckte sein Interesse an ausschweifenden Drogenexzessen und konzentrierte sich weniger auf das gemeinsame Ding das wir hatten: die Musik. So kam es zwangsläufig zum Bruch und ich hörte viele Jahre nichts von ihm. Vor wenigen Wochen traf ich ihn wieder: In so nem Internetforum. Zusammen mit seinem neuen Kumpel Diplo, mit dem er jetzt scheinbar mehr zu tun hatte. Ich war skeptisch: “Gitarrenriffs? Ein seltsam verzerrter Refrain? Und so pathetisch biste geworden, Mike. Und außerdem: ein Dubstep-Remix?” Lachend entgegnete er mir: “Aber schau mich doch mal an. Spürste es nicht, das diffuse Gefühl von Vertrautheit, das man hat, wenn man einen alten Bekannten nach langer Zeit wieder trifft?” “Haste recht”, musste ich zugeben, “jetzt wo du es sagst, spür ich es auch. Und jetzt an die Bar. This night’s not even begun, yes, yes, oh yay.”

Um der alten Zeiten Willen… vergebe ich 7,5/10 Punkten.

2 Gedanken zu „Mike Skinner, die Liebe und ich“

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